Schlüsselspiel zum Champions-League-Start

Die BR Volleys Schuhe sind geputzt für den Champions-League-Auftakt bei Jastrzebski Wegiel in Polen. Ob der Deutsche Meister sich und seinen Fans am morgigen Mittwochabend (06. Dez um 20.30 Uhr) ein Nikolausgeschenk bereiten kann, wird davon abhängen, wie Kapitän Robert Kromm & Co in der hitzigen Arena die Nerven bewahren und an ihr eigenes Leistungslimit gehen können. Die Berliner erwartet zum Auftakt der Königsklasse jedenfalls eine ganz hohe Hürde.

2017-12-05

Foto: Eckhard Herfet


„In dieser sehr schwierigen Gruppe müssen wir unbedingt unsere Heimspiele erfolgreich gestalten und dann mindestens einmal auswärts punkten“, sagte BR Volleys Manager Kaweh Niroomand direkt im Anschluss an die Auslosung der diesjährigen Champions League Gruppenphase. Die erste wichtige Gelegenheit, wertvolle Auswärtszähler zu sammeln, haben die Berliner am Auftaktspieltag bei Jastrzebski Wegiel. So sieht das auch Trainer Luke Reynolds, der im letzten Jahr noch als „Co“ auf der Bank des polnischen Meisterschaftsdritten saß: „Natürlich ist das schon gleich zu Beginn ein Schlüsselspiel. Es wäre ungemein wertvoll, wenn wir dort etwas mitnehmen könnten.“

Dabei hat der Australier sicher auch im Hinterkopf, dass es in der schweren Gruppe D im Normalfall maximal um Platz zwei hinter dem Starensemble von Zenit Kazan gehen wird. Trotz des bisher sehr durchwachsenen Saisonverlaufs hoffen die BR Volleys, sich mit dem polnischen Spitzenclub auf Augenhöhe präsentieren zu können. Die Motivation ziehen beide Teams aber längst nicht nur aus dem sportlichen Wert der Begegnung: „Die Geschichten und Beziehungen zwischen den Vereinen, Trainern und Spielern bringen eine besondere Brisanz mit sich. Jeder will am Mittwoch bestmöglich auftreten und dieses Spiel gewinnen“, ist Reynolds vor dem Duell mit seinem australischen Trainerkollegen Mark Lebedew bewusst.

Beide Teams holten sich zuletzt in ihrer nationalen Liga mit einem 3:1-Heimsieg das nötige Selbstvertrauen. Jastrzebski Wegiel schlug GKS Katowice und steht derzeit auf Rang vier der PlusLiga, die BR Volleys besiegten jüngst die AlpenVolleys Haching und belegen aktuell Platz drei in der Bundesliga. Welche schwere Aufgabe die Berliner in Oberschlesien erwartet, weiß Reynolds aus erster Hand: „Ich rechne mit einer vollen Arena, in der man maximal das Wort seines Nebenmannes hört. Bis zu 4.000 Zuschauer werden für mächtig Alarm sorgen.“ Das ist zum Glück kaum einem anderen Team in Europa so geläufig wie den Männern um Kapitän Robert Kromm, die nach zwei Testspielen gegen die Polen in der Saisonvorbereitung auf eine Bilanz von 1:1 blicken.

Insbesondere im zweiten Duell konnte man die Angriffspower der Polen, ausgehend von Diagonalangreifer Maciej Muzaj und Außenangreifer Salvador Hidalgo Oliva (2009 bis 2011 bei den BR Volleys), kontrollieren. Damit das am Mittwochabend möglichst erneut gelingt, muss Coach Reynolds mithilfe seines Insiderwissens die Blocktaktik der Berliner optimal einstellen, denn auf der anderen Netzseite verteilt kein Geringerer als der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Vize-Europameister Lukas Kampa die Bälle als Zuspieler. Gelingt dem 32-Jährigen dies und können die BR Volleys ihre Annahme stabilisieren, liebäugelt der Trainer mit etwas Zählbarem: „Für mich wird ein Traum war. Mein erstes Champions League Spiel – und dann auch noch gegen diesen Gegner. Das wird ein großes Match, an dessen Ende wir unseren treuen Fans hoffentlich ein Nikolausgeschenk machen.“

Laola1.tv zeigt das Spiel im freien Livestream.