Ruben Schott wechselt nach Italien

Vier Meistertitel, ein Pokalsieg, ein Europacuperfolg sowie die Teilnahme am 2017 Champions League Final Four in Rom. Obwohl Ruben Schott erst 22 Jahre jung ist, kann er bereits auf eine bemekenswerte Erfolgsgeschichte im Trikot der BR Volleys zurückblicken. Nach dem jüngsten Titelgewinn zieht es den Youngster allerdings ins Ausland zu Revivre Powervolley Mailand, dem Verein des neuen Bundestrainers Andrea Giani.

2017-05-12

Foto: Eckhard Herfet


Das ist sicherlich eine traurige Nachricht für alle BR Volleys Fans, zumal der gebürtige Berliner nicht nur für die Profimannschaft, sondern auch schon für die Nachwuchsabteilung des Hauptstadtclubs erfolgreich ans Netz ging. Im Jahr 2009 wurde Ruben Schott mit den SCC JUNIORS Deutscher U18-Meister und im Jahr 2011 gewann er mit dem SCC-Team die U20-Bronzemedaille.

Nach seiner Ausbildung am Bundesstützpunkt VC Olympia erhielt der damals 18-Jährige das Angebot, direkt in die Profiabteilung des Deutschen Meisters zu wechseln. Eine große Chance für Ruben Schott, die er mutig ergriff und nutzte, indem sich der Außenangreifer nicht nur zu einem wichtigen Bestandteil des BR Volleys Teams, sondern auch zum Nationalspieler entwickelte. Bereits 18 Länderspiele absolvierte der Berliner für die DVV-Auswahl.

Deren Trainer Andrea Giani wird zukünftig auch Schotts Vereinscoach sein, denn nach vier Jahren im orangen BR Volleys Trikot wechselt Ruben Schott nun in die italienische Lega A Uno zu Powervolley Mailand. Der Club des neuen Bundestrainers beendete die aktuelle Saison zwar auf dem letzten Tabellenplatz, muss aber nicht absteigen und hat sich für die neue Saison ambitionierte Ziele gesetzt.

Beim Erreichen dieser Ziele soll auch Ruben Schott helfen, was BR Volleys Manager Kaweh Niroomand aber nur bedingt mit Stolz erfüllt: „Wenn ein Spieler, den wir hier in Berlin über viele Jahre gezielt aufgebaut und entwickelt haben, ein Angebot aus einer der stärksten Ligen der Welt bekommt, bestätigt das zwar unsere Arbeit, ist jedoch in meinen Augen in diesem konkreten Fall ein fragwürdiges Zeichen. Eine Doppelfunktion als National- und Vereinstrainer wird von den Bundesligavereinen schon seit vielen Jahren kritisch gesehen, insbesondere wenn Nationalspieler zu dem jeweiligen Club wechseln. Der Deutsche Volleyball-Verband will einerseits den Anteil der deutschen Spieler in der Bundesliga erhöhen, lässt aber andererseits zu, dass sein Bundestrainer junge deutsche Talente zu einem ausländischen Verein holt.“

Gleichzeitig betont Niroomand, dass er seinem Ex-Schützling „persönlich für die neue Herausforderung und seine sportliche Zukunft nur das Beste“ wünscht. Ruben Schott selbst freut sich auf die neue Aufgabe: „Es war schon immer mein Ziel, irgendwann einmal im Ausland zu spielen. Die italienische Liga ist weltweit eine der besten. Als sich diese Chance nun bot, musste ich diese einfach ergreifen. Ich will in meiner Entwicklung den nächsten Schritt gehen und brauche dafür neue Reize in einer neuen Umgebung.“ Aus den Worten von Schott klingt aber auch etwas Wehmut heraus: „Ich möchte mich ganz herzlich bei den BR Volleys, bei den Fans und bei Kaweh bedanken, die immer hinter mir standen. Es war eine große Ehre für mich, über so viele Jahre bei meinem Heimatverein spielen zu dürfen, denn es ist der beste Club in ganz Deutschland. Ich habe mich hier immer wohl gefühlt und hoffe, irgendwann noch einmal das orange Trikot tragen zu dürfen.“